MaNaNi – Narayana Murthy

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Narayana Murthy „MaNani“

„MaNani“ wurde 1942 in Hyderabad in Indien geboren. Er entstammt einer Familie von elf Brüdern und vier Schwestern. Seine Mutter, die mit acht Jahren mit seinem damals 13jährigen Vater verheiratet wurde, bezeichnet er als die große Inspiration in seinem Leben. Sie habe eine tiefgründige Lebensweisheit besessen, an die sie ihre 15 Kinder teilhaben ließ.

Schon in jungen Jahren begann Narayana Murthy sukzessive sein Gehör zu verlieren. Ohne sein Hörgerät ist er seit Jahren praktisch taub. Aber seine  Behinderung stürzt ihn nicht in Verzweiflung. Er sieht sie sogar als einen Vorteil. Wenn er sich auf seine künstlerische Arbeit konzentriert, schaltet er sein Hörgerät ab und kann sich so vollkommen in die Stille des Schaffensprozesses versenken. Diese Stille braucht er, denn seine künstlerische Tätigkeit ist für ihn ein quasi mystischer Akt – sein Gottesdienst.

Schon im Alter von sechs Jahren begann Narayana Murthys Faszination mit symmetrischen Farbklecksen. Sein Vater war Inspekteur der Postämter, und so hatte er Zugang zu Papier und Tinte für Stempelkissen und experimentierte zutiefst fasziniert von den immer wieder neuen und überraschenden Ergebnissen mit Tintenklecksen, über die er das Papier faltete um ein zufälliges symmetrisches Muster zu erzeugen.

In seinem Berufsleben war er 37 Jahre lang als Maschinenbauingenieur bei Hindustan Aeronautics tätig, zuerst in der Abteilung für Flugzeugmotoren, danach in der Gießerei und Schmiede. Unter seinen Kollegen war er als Inkblot Murthy (Tintenkecks Murthy) bekannt. Narayana Murthy musste 2D und 3D Zeichnung von Komponenten anfertigen wobei eine rote Tinte namens Roshella verwendet wurde. Er betrachtete diese Arbeit als ein „von Gott geschenkter Weg“, um sich ganz seiner Kindheitsleidenschaft für das Spiel mit den Farben hingeben zu können. Im Mai des Jahres 2000 ging er nach einem kleinen Unfall der sein Auge beeinträchtigte in den Frühruhestand. Seitdem widmet er seine ganze freie Zeit dem Herstellen der mystischen Bilder.

Schon früh wählte Narayana Murthy ein eigentümliches Akronym als seinen Künstlernamen: MaNaNi. Der Name ist die Abkürzung der jeweils ersten beiden Buchstaben in seiner Muttersprache Kannada für seinen Namen Narayana, eingeklammert durch zwei Begriffe, die „psychisch“ (Manovaignanika) und „verborgen“ (Niguda) bedeuten. Denn er versteht sich als Künstler, der mystische, verborgene Inhalte der menschlichen Seele in seinen Bildern sichtbar werden lässt. Dabei bedient er sich der zufälligen Anordnung von Farbklecksen, die durch Falten des Papiers zu symmetrischen Formen werden. In den unwillkürlich entstandenen Klecksen erkennt er mit einem wachen höheren Sinn visionär Formen, die er mit wenigen, sparsamen Zusätzen aus dem Unbestimmten löst. Auf diese Weise entstehen sehr suggestive Bilder, die den Betrachter gefangen nehmen und zu immer neuen Entdeckungen führen. Für MaNaNi sind viele Bilder mystische Manifestationen hinduistischer Gottheiten, symbolische und allegorische Versatzstücke aus dem religiösen Leben der Hindus, Szenen aus den großen Epen seiner Heimat, dem Ramayana und dem Mahabharatha, aber auch christliche Symbole spielen eine Rolle. Bisweilen sind es für ihn nur Darstellungen von tierischen, menschlichen und fantastischen Kreaturen. Alle diese erscheinenden Formen kommen gewissermaßen zu ihm, ohne sein Zutun. Er versteht sich gleichsam als Durchgang für die Manifestation einer transpersonalen Wirklichkeit.

 

Weitere Materialen:

MaNaNi erklärt eines seiner Bilder als PDF-Datei (hier klicken)

 

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